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Ravioli

Österreich   2003
Regie:Peter Payer
Buch:Alfred Dorfer
Kamera:Thomas Prodinger
Musik:Lothar Scherpe, Peter Herrmann
Darst.:Martin Brambach als Gemüsehändler, Isabella Richtar als Petra Hoschek, Konrad Krusche als Gregor Hoschek, Michou Friesz als Karin Weichselbaumer, Günther Paal als Geist der 70er / Tod, Nicholas Ofczarek als Restaurantbesitzer, Alfred Dorfer als Heinz Hoschek, Gertraud Jesserer als Mama Hoschek, Branko Samarovski als Papa Hoschek
Länge:79 min

Ein 40-jähriger Österreicher ist arbeitslos. Seine Frau hat ihn verlassen, seine Mutter ist tot, sein Sohn und sein eigener Vater sind ihm fremd geworden. Der Film schildert die letzten 48 Stunden im Leben des schwer alkohol- und tablettenabhängigen Mannes, der übers Dasein nachdenkt und den Tod umkreist, wobei sich Realität, Traum und Erinnerung mehr und mehr vermischen. Ein eigenwilliges Porträt zwischen Tragödie und schwarzhumorig-philosophischem Kabarett. Ich habe diesen Film auf dem Filmfest in Biberach gesehen. Der Film ist streckenweise von so schwarzem tragischen Humor das einem das Lachen, daß Alfred Dorfer mit seinen staubtrockenen Kommentaren hervorruft, im Hals stecken bleibt. Peter Payer, der den Film auch produziert hat, hat im Anschluß an die Vorstellung erzählt, daß der Film mit minimalen Mitteln (einige zehntausend Euro) produziert wurde, weil Alfred Dorfer ihn (mit dem Einnahmen aus seinem letzten Bühnenstück) aus eigener Tasche bezahlt hat. Gut angelegtes Geld, möchte ich meinen. "Ravioli" greift auf Elemente aus Alfred Dorfers Bühnenstück "heim.at" zurück, aber bei der Arbeit hat sich der Film immer weiter vom ursprünglichen Kabarett entfernt - und so ist der Film für Regisseur Peter Payer eine Gratwanderung zwischen Sozialdrama, Satire und Tragikomödie mit schwarzem, bitterem Humor. Dabei zentriert sich das Geschehen ganz auf den Hauptdarsteller (zudem Autor und Produzent) Alfred Dorfer, der in dem Reigen von Verfall und Delirium mit geistreichen Bonmots brilliert, die die Vita des Protagonisten immer wieder zu einer etwas manieriert anmutenden Verfremdung führen: "Wenn etwas ganz offensichtlich nichts ist, und es entwickelt sich - entwickelt sich dann etwas oder entwickelt sich nichts?" oder "Ist es das Gemeinsame von Mann und Frau, dass man von einander nichts weiß?" Neben der streckenweise hoch erhabenen Dosenbier-Philosophie ist "Ravioli" eine faszinierende Zeitreise, die in einer ganz persönlichen Dimension viele allgemeingültige Momente aufweist, etwa die Kindheit in den 1960er- und 1970er-Jahren. Faszinierend ist die Bildsprache, die der Film für die Vergangenheit und die vergangenen Sehnsüchte entwickelt: "Super 8"-Aufnahmen als fast dokumentarische Elemente, die in den Gegenwartsbildern mit einer ausgefeilten Ausstattung korrespondieren, die das verfremdet Künstliche an Hoscheks Delirium unterstreichen. "Ravioli" ist ein eigenwilliger Parforce-Ritt zwischen Tragödie, von schwarzem Humor geprägtem philosophischem Kabarett und einem spezifisch wienerischen magischen Realismus. (Lexikon des internationalen Films)

(Markus )

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