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Christoph Schlingensief - Die Piloten

D   2007

Dokumentation, FSK 12

Regie:Cordula Kablitz-Post
Buch:Cordula Kablitz-Post
Kamera:Christoph Lerch
John Toft
Frederic Doss
Günther Uttendorfer
Axel Lüttich
Darst.:Christoph Schlingensief
Nicole Konstantinou
The Pleasures
Susanne Bredehöft
Tobias Buser
Kerstin Grassmann
Leonard Schattschneider
Rolf Hochhuth
Katharina Schüttler
Rolf Zacher
Oskar Roehler
Klaus Staeck
Peter Müller
Prof. Manfred Tetz
Jürgen Fliege
Sido
Hermann Nitsch
Claus Grossner
Ruth Petschke
Michael Binder
Gotthilf Fischer
Boris Groys
Gunther Gabriel
Claudia Roth
Lea Rosh
Aino Laberenz
Jörg van der Horst u.a.
Länge:95 Min.

Im Januar 2007, 10 Jahre nach der legendären Talkshowsatire Talk 2000, will Aktionskünstler Christoph Schlingensief mit der Kunstaktion „Die Piloten – eine Talkshow in 6 Folgen, die nie ausgestrahlt wird” überprüfen, wie Selbstdarstellung in den Medien heutzutage funktioniert. Eine Bestandsaufnahme und ein Selbstexperiment für das ewige „Enfant terrible” des deutschen Feuilletons, der nach seinen gefeierten Bayreuth–Inszenierungen mittlerweile selbst den Olymp der Kulturschaffenden erobert hat.
Im Foyer der Akademie der Künste Berlin lässt Schlingensief eine riesige Drehbühne installieren, auf der er mit seinen prominenten Gästen Claudia Roth, Oskar Roehler, Rolf Hochhuth, Klaus Staeck, Hermann Nitsch, Lea Rosh, Katharina Schüttler, Rolf Zacher, Jürgen Fliege, Sido und Gotthilf Fischer die Wahrheit zwischen den Bildern sucht. Falsche und echte Prominente mit falschen und echten Geschichten sollen das Publikum misstrauisch machen gegenüber medialer Selbstdarstellung. Hinter den Kulissen brechen Konflikte auf. Ein Schlagabtausch mit der Showband „The Pleasures” über künstlerische Eitelkeiten und Selbstinszenierung liefert einen unterhaltsamen Einblick in die legendäre Unberechenbarkeit des Künstlers.
Was als Unterhaltungssendung beginnt, nimmt plötzlich eine ernste Wendung, als Schlingensief am zweiten Drehtag erfährt, dass sein Vater im Sterben liegt und Grünen-Vorsitzende Claudia Roth ihm vor der Aufzeichnung erzählt, dass ein enger Freund von ihr, der türkisch-armenische Autor Hrant Dink vor einigen Stunden erschossen wurde. Emotional aufgewühlt machen Schlingensief und Claudia Roth sich selbst und den Tod zum Thema der Piloten. In einer weiteren Sendung thematisiert Schlingensief seine Augenkrankheit und provoziert Diskussionen über Krankheit als gesellschaftliches Phänomen. Nach der Aufzeichnung bricht Schlingensief die Dreharbeiten ab und reist zu seinen Eltern nach Oberhausen.
Ein halbes Jahr später, im Juli 2007, wird die noch fehlende Piloten–„Sendung” in der Akademie der Künste nachgeholt. Dieses Mal jedoch komplett anders: In einem analytischen Gespräch mit Boris Groys wird das anwesende Publikum Zeuge, wie sich Schlingensief mit dem Medientheoretiker Boris Groys die Höhepunkte seiner medialen Selbstausbeutung anschaut und sich für den Ausverkauf öffentlich geißelt. Ihr kritisches Fazit: Unsterblichkeit durch die Medien zu erlangen, ist die Religion unserer Zeit.
Cordula Kablitz–Post, die 1997 gemeinsam mit Christoph Schlingensief „Talk 2000” entwickelt hat und für Regie und Schnitt verantwortlich war, dokumentiert bei „Die Piloten” die emotionale Vielschichtigkeit des Künstlers Schlingensief unter extremen Bedingungen und wirft Fragen nach den Grenzen der medialen Selbstdarstellung auf.
Christoph Schlingensief, geboren 1960 in Oberhausen, Deutschland. Anfang der 80er Jahre arbeitet Schlingensief als Assistent des Experimentalfilmers Prof. Werner Nekes und dreht erste eigene Kurzfilme. Erster Langfilm: „Tunguska – Die Kisten sind da” (1984). Mit „Menu total” (1985), „Egomania” (1986) und „Mutters Maske” (1987) folgen Filme, die von der Fachkritik zwar eingehend besprochen, in den landesweiten Kinos aber nicht gezeigt werden.
Erst mit der zwischen 1989 und 1992 entstehenden Deutschlandtrilogie, die sich aus den Filmen „100 Jahre Adolf Hitler – Die letzten Stunden im Führerbunker”, „Das deutsche Kettensägenmassaker” und „Terror 2000 – Intensivstation Deutschland” zusammensetzt, wird Schlingensief einer größeren Öffentlichkeit bekannt.
Anfang 2008 wurde bei dem ehemaligen Raucher Schlingensief Lungenkrebs diagnostiziert. Infolge seiner Krankheit wurde ihm der linke Lungenflügel entfernt. Nach einer neuen, schweren Krebsdiagnose sagte Schlingensief im Juli 2010 seine für das Kulturfestival Ruhrtriennale geplante Produktion „S.M.A.S.H. – In Hilfe ersticken” kurzfristig ab. Seine folgenden Inszenierungen „Mea Culpa” und „Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir” sind sehr persönliche Auseinandersetzungen mit seinem Krebsleiden.
Christoph Schlingensief starb am 21. August 2010 an den Folgen seiner Lungenkrebserkrankung.
(Quellen: Presseheft Salzgeber, Wikipedia)

(HeBu )

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